Die Gedanken eines Hundes...


...zum Thema "gibt es eine Verständigung unter den Arten"

Kathy hat ihren eigenen Hund - den Nico - befragt. ich muss zugeben, wie so oft hätte ich auch ihm diese Tiefe gar nicht zugetraut.


Kathy: Hallo Stinki! Ich würde mich gerne ein bisschen mit dir unterhalten. Darf ich?

Nico: Na klar, das fragst du doch jetzt schon zum 1000sten Mal. Machs endlich. (Anmerkung Kathy: Habe beim Teekochen vorher schon an das Gespräch gedacht und da hat er schon gesagt: "Klar kannst du mit mir sprechen, nach dem schönen Spaziergang eben bin ich ganz Ohr." Inzwischen hat er sich mit den Worten "Na das dauert wohl noch ein bisschen" neben mich in sein Körbchen gelegt.) Kann´s jetzt endlich losgehen?

Kathy: Ja sicher. Also Stinki meine erste Frage wäre folgende: 1. Kommunizieren die Arten untereinander und wenn ja, ist das Tier dann ggf. keine Beute mehr (Beispiel Hund/Kaninchen)?

Nico: Ha, ihr Menschen seid so doof. (Wirkt etwas empört.) Als ob wir nicht miteinander sprechen würden. Natürlich sprechen wir miteinander. Wir sprechen mit allem, mit den anderen Tieren, mit dem Gras, mit den Bäumen und mit den Steinen. Nur weil ihr das nicht könnt und euch eure Fähigkeit dazu durch eure verbale Sprache verbaut habt, heißt das nicht, dass wir nicht untereinander kommunizieren, also wirklich! Aber das weißt du doch auch. Warum fragst du mich das?

Kathy: Weil ich dieses Gespräch aufschreibe und gerne noch anderen Menschen zum Lesen geben würde, die das noch nicht wissen. Für die könnte das ein sehr guter Denkanstoß sein. Wäre das ok für dich?

Nico: Aber sicher. Ich bin doch dazu da, damit ihr euch alle besser versteht. Wir alle sind dazu da, um euch eurer eigentlichen Identität wieder etwas näher zu bringen. Aber es ist noch viel Arbeit und viele von uns Hunden haben da schon fast die Hoffnung aufgegeben. Es gibt so viele von euch Menschen, die einfach nicht lernen wollen. Wir machen alles für sie, wir gehen mit ihnen raus, an die schönsten Plätze, manchmal laufen wir weg, weil wir dann hoffen, dass sie ihre Sinne benutzen, um uns wiederzufinden. Aber das machen sie nicht. Sie stehen nur dumpf in der Gegend rum und benutzen ihre verbale Stimme. Als ob das was bringen würde. Wir kommen nie wieder, weil ihr uns ruft, wir kommen immer dann wieder, wenn ihr innerlich wirklich darum bittet. Aber das versteht ihr nicht und das macht mich traurig. Wir wollen euch doch nur helfen. Bitte lasst uns helfen!

Kathy: Oh Stinki, das ist so nett von dir. Ihr seid alle so edle Wesen und wir sind so plumpe Gestalten. Es fällt mir fast schwer, dir jetzt wieder so eine banale Frage zu stellen wie diese: Jagst du wirklich gerne andere Tiere, z.B. die Vögel in unserem Eingang oder die Hasis im Park?

Nico: Also die Vögel, die würdest du auch jagen, wenn du denen mal zuhören würdest! So ne provokanten kleinen Biester. Die ärgern mich jeden morgen, und ich gebe zu, ich lasse mich auch gerne provozieren, aber die haben's auch manchmal nicht anders verdient.

Kathy: Was sagen die denn zu dir?

Nico: Ach sie ärgern mich. Aber hör ihnen doch selber mal zu. Dann wirst du ihr Lachen hören! Sie meinen es ja nicht böse, kein Tier meint etwas böse, aber es macht ihnen Spaß mich zu necken. Ich freue mich aber, dass du mir jetzt beim Rausgehen etwas Halt gibst (er muss dort an der Leine gehen), dann muss ich mich nicht mehr so aufregen und das ärgert die Vögelchen am meisten. Wir sind schon ein gutes Team, danke schön! Ich werde noch mal ein wunderschöner erhabener Hund werden, genau wie du.

Kathy: Dankeschön. Und die Hasis im Park?

Nico: Die sagen immer: Komm schon, komm schon, du lahme Schnecke. Du kriegst uns ja nie, du kannst uns ja noch nicht mal riechen, na komm schon. Dann kichern sie ganz laut und hoppeln los. Also ehrlich, das kann ich mir doch nicht bieten lassen. Ich meine, meine Nase ist zwar nicht die eines Jagdhundes, aber für die Parkhasis reicht sie alle mal. Aber ich komme gerne wieder zurück, wenn du das willst. Aber sei dann nicht böse auf mich, dann hab ich Angst und es geht mir schlecht. Ich brauche einfach noch mehr innere Kraft und Ruhe. Ich bin ja auch noch jung und ich war noch nicht oft ein Hund. Bitte hilf mir dabei. Wir sind doch schließlich da, um uns gegenseitig zu helfen. Keine Begegnung ist umsonst. Es ist immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Und denkt nicht immer, dass die Tiere was für euch tun sollen, ihr könnt auch was für uns tun. Schließlich sind wir alle dieselbe Seele, von der wir leben und uns nähren. Diese Seele will gepflegt sein und sie hat uns alle gern. Wir sind alle füreinander da und wir sind doch alle eins. Je mehr Gutes wir tun, desto schneller wird das Gute wachsen und um uns sein und uns beschützen vor all den bösen Sachen, die trotzdem noch existieren da draußen und die wir in unserem Leben wohl nicht mehr beseitigen können. Aber wenn wir Gutes tun, dann hat das Böse keinen Raum mehr zum Atmen und es wird schreien, ganz laut schreien und dann wird es irgendwann verschwinden. Dann ist die Seele beruhigt und kann sich zur Ruhe geben. Das ist die Aufgabe des Lebens.

Kathy: Du meinst, wir haben alle die Aufgabe, Gutes zu tun?

Nico: Ja, nur dazu sind wir da. Wir alle zusammen. Ich möchte jetzt gerne schlafen. Ich bin müde von unserem schönen Spaziergang vorhin. Das müssen wir öfter machen. Am besten jeden Tag. Ich liebe dich.

Kathy: Ich dich auch, Stinki. Schlaf gut.

Nico: Ja, werde ich machen. Ich bin so sicher. Morgen können wir gerne weiter reden. Versprichst du mir das? Du mußt schließlich noch wachsen.

Kathy: Ja, ich versprechs. (Er schläft ganz ruhig in seinem Wohnzimmerkörbchen.)



www.bordermix.de
Diana Drewes