Fährten-Seminar mit Harry McNelly am 25. / 26. Februar 2006



Dieses war unser 2. Versuch. Beim letzten Seminar hat Jackie und mir ja mein Auto einen Strich durch die Rechnung gemacht und bereits am 1. Mittag den Geist aufgegeben, so dass wir nicht weiter teilnehmen konnten. Deshalb hoffte ich diesmal besonders, dass alles glatt gehen würde.


Am Samstag Morgen traf ich die anderen direkt am Feld. Mac klärte kurz ab, wer wie weit war und teilte dann die Fährtenflächen zu. Mit Jackie habe ich quasi ganz von vorn begonnen. Da ich ihm erzählte, dass sie bei den letzten Fährtenversuchen wieder nicht mehr so richtig wollte, habe ich als allererstes nur eine Gerade hin und auch wieder zurück getreten.
Mac lief dann zur Kontrolle mit, um helfen zu können, wenn sie nicht suchen wollte. Aber das war gar nicht nötig, denn sie hat super gesucht.
Die 2. Fährte war dann auch schon gleich eine Ecke länger. Als ich sie dafür aus dem Auto holte, freute sie sich schon richtig und quiekte ungeduldig, bis sie endlich dran war. Entgegen den letzten Versuchen vor dem Seminar hatte Jackie heute sogar ein angenehmes Tempo drauf. Sie hat mich nicht wie sonst versucht über die Wiese zu zerren :-)
Da wir auch dann gleich wieder Winkel gelegt haben, habe ich mir diesmal zur Sicherheit Sägespäne mitgenommen. Der Boden gab mir nämlich keinerlei Hilfe diesmal und wir können keinen weiteren Frust gebrauchen. Und das war auch gut so. Wo dann nämlich (besonders am nächsten Tag) so mancher Hund "verloren" ging, hat Jackie alles gefunden *freu*
Besonders die Wiese am Samstag Nachmittag war nicht ohne durch das recht hohe Gras.
Den 1. Winkel überläuft Jackie auch immer gerne etwas, aber sie hat jedesmal von (fast) alleine gemerkt, dass sie die Fährte aus der Nase verloren hat und hat selbst weitergesucht. Manches Mal habe ich die Späne nicht gesehen und wollte sie schon korrigieren, da standen wir plötzlich vorm Gegenstand. Ich muss echt lernen ihr mehr zu vertrauen! Besonders fasziniert war ich, dass sie wirklich meiner geeierten Spur total zielstrebig (und richtig!) folgte!
Am Mittag haben wir alle schon eine Gerade übers ganze Feld gelegt. Da meine Nebenleger plötzlich alle einen Rechtsdrall entwickelten, musste ich da ja mitziehen. Gott sei Dank hatte ich noch die Späne da, denn sonst wären wir vielleicht, wie andere Hunde, auf der Nachbarfährte gelandet. Aber trotz der Strecke von gut 200 Metern hat Jackie sich einfach nicht beirren lassen! Einzig die Gegenstandsarbeit ist ihr etwas lästig. Sie hat so einen Spaß am Suchen, dass sie nicht einsieht, warum sie eine Pause einlegen soll, nur weil ich meinen "Kram" immer verliere unterwegs :-) Aber damit kann ich leben. Ich denke wir werden eh nie an der 10-Meter-Leine arbeiten, also kann ich ihr da auch weiterhin helfen.


Am Samstag Abend hatten wir dann insgesamt schon 4 Fährten gelegt und Jackie hat geschlafen wie ein Stein. Es ist unglaublich gewesen, wie schnell alle Anfängerhunde schon lange Fährten suchen können.
Am nächsten Morgen dann hatte ich etwas Sorge, ob Jackie Lust hat, noch einen so anstrengenden Tag zu verbringen. Aber ich sollte mich wundern - und wie sie Lust hatte!

Am nächsten Morgen ging es also gleich weiter. Zuerst wieder auf einer Wiese. Hier hatte jeder durch Gräben geteilt immer so ein kleines Arenal für sich, in dem wir u-förmige Fährten gelegt haben. Insgesamt waren es 3 Stück, jede so um die 100 Meter, würde ich mal schätzen. Gegenstände gab es auf jeder Fährte mindestens 3 Stück, damit man auch daran arbeiten konnte. Für Jackie spielte es wirklich keine Rolle, ob die Fährte 5 Minuten lag, weil ich sie nicht erst wieder ins Auto gebracht hatte, oder ob sie 30 Minuten lag, weil wir noch nicht dran waren. Da ich auf Mac´s Tip hin auch nur noch wenig Leckerlies gelegt hatte (so alle 30-40 Schritt), hat sie auch wirklich wieder konzentriert gesucht und fast keinen überlaufen.
Sonntag Nachmittag dann sind wir auf einem Acker gewesen. Nicht nur, dass gleich die 1. Fährte von einem Reh übertrampelt wurde, es war auch zudem noch recht windig an diesem Tag. Und nachdem wir alle 2x jeweils ein U quer auf diesem Acker gelegt haben, sind wir zum Abschluss wieder alle zusammen in einer Geraden den ganzen Acker der Länge nach abgegangen. Das waren bestimmt 500 Meter und mehr am Stück - und das nach bereits 5 vorangegangenen Fährten an diesem Tag! Und nicht zu vergessen die ganzen Verleitungsfährten, die wir vorher ja selbst gelegt und abgesucht haben!


Es ist einfach irre, was alle diese Hunde an diesen 2 Tagen geleistet haben! Aber ganz besonders stolz bin ich auf Jackie. Nach unseren Versuchen vorher, hatte ich keine allzu grossen Erwartungen in dieses Seminar. Ausser vielleicht der, dass Mac mir bei unseren Problemen hilft. Aber es tauchten gar keine Probleme auf!
Mac meint, ich solle einfach akzeptieren, dass sie zuerst immer das Fährtenschild abschnüffelt und dann nur ganz kurz am Abgang verweilt, solange sie doch so gut sucht und findet. Und sie wäre halt kein Hund, dessen Nase in der Spur klebt. Sie wippt ab und an mal mit dem Kopf! Und eigentlich hat er Recht, denn wir wollen eh keine Wettkämpfe bestreiten!

Was mich aber an diesem Seminar am allermeisten freute war, dass es Jackie und mir richtig gut tat, endlich auch mal wieder etwas ganz allein zu machen. Und ich hatte das Gefühl, dass ihre Sucherfolge auch noch dazu beitrugen, dass nicht nur ich, sondern auch sie selbst stolz auf sich ist! Und was will ich mehr??


Ich hoffe beim nächsten Mal können wir wieder dabei sein, denn es hat uns unfassbar viel Spaß gemacht!


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Diana Drewes