
Ernstkämpfe sind bei gut sozialisierten Hunden sehr selten, eben weil sie sich vorher mittels Körpersprache verständigen. Sie legen gar keinen Wert darauf, immer erstmal alles auszukämpfen, denn schließlich gehen sie dabei ja auch jedesmal das Risiko einer eigenen Verletzung ein.
Schauen wir uns jetzt aber mal an, wie Hunde ihren Körper einsetzen:
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Die Rute ist ein wichtiges Ausdrucksmittel. Im entspannten Zustand wird sie je nach Rasse anders getragen, das muß man berücksichtigen.
Die Rute kann also
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Der Welpe begrüßt ein erwachsenes Rudelmitglied mit heftigem Wedeln.
Konflikt: er möchte gerne hin, ist aber gleichzeit unsicher, sich zu nähern
Auch beim Imponierverhalten wedelt die Rute schnell hin- und her.
Konflikt: der Hund ist einerseits zum Angriff bereit, fürchtet aber andererseits die Auseinandersetzung
Das Rutenwedeln dient aber auch der geruchlichen Kommunikation. Die Analdrüsen im Bereich des Afters produzieren ein Sekret, das die persönliche Duftmarke des Hundes ist. Beim Wedeln wird die Produktion angeregt und durch die hochgetragene Rute gut verteilt. Selbstbewußten Hunden ist es also ein Muß, ihren Duft zu verteilen, unterwürfige Hunde bedecken die Analdrüsen mit der Rute.
Auch bei den Ohren muß man die Normalstellung kennen, um die Signale richtig deuten zu können.
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Ohren können Bei schlappohrigen Hunden kann man auch eine Veränderung an der Ohrbasis, also an den Bewegungen der Ohrmuschel erkennen. |
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Die Schnauze des Hundes, also das Maul und der Nasenrücken ist
Und zu guter Letzt, der Körper des Hundes. Er ist |
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Der entspannte Hund hat allgemein eine sehr entspannte Körperhaltung. Die Rute hängt entspannt, die Ohren sind entweder aufgerichtet (Stehohren) oder hängen locker (Schlappohren), die Schnauze ist geschlossen oder leicht geöffnet. Die Bewegungen des Hundes sind locker und fließend. |
| Der aufmerksame Hund hat eine leicht gespannte Körperhaltung, die Rute wird waagerecht getragen, die Ohren sind aufgerichtet und drehen sich in Richtung der Geräuschquelle. |
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Der selbstsichere Hund hat eine aufrechte Körperhaltung, die Rute ist aufgestellt und wedelt evtl., die Ohren stehen aufrecht, er blickt sein Gegenüber unvermittelt an, den Kopf aufrecht getragen. Zusätzlich hat er evtl. aufgestellte Nackenhaare und einen etwas steifen Gang. Vergleich Mensch: wir erkennen einen selbstsicheren Menschen daran, daß er sehr gerade geht und seinen Mitmenschen direkt in die Augen guckt. |
| Der selbstsichere, drohende Hund zeigt ebenfalls o.g. Körperhaltung. Sein Körpergewicht ist nach vorn verlagert. Zusätzlich senkt er aber die Schnauze ab, damit seine Gesichtsmimik besser zu erkennen ist. Er kräuselt den Nasenrücken, zieht die Stirn nach vorn und hebt den vorderen Bereich der Lefzen an, so daß seine Schneide- und Fangzähne zu sehen sind. Auch er blickt sein Gegenüber direkt an und zeigt so deutlich seine Bereitschaft zum Angriff. Vergleich Mensch: wenn er droht, dann macht er sich ebenfalls gerade, durch Kopf heben groß, verschränkt die Arme vor der Brust, verlagert sein Körpergewicht nach vorn, starrt sein Gegenüber an und zieht die Augenbrauen hoch, also die Stirn in Falten |
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Der unsichere Hund hat eine leicht abgedukte Körperhaltung. Die Rute wird evtl. erst seeehr hoch getragen, senkt sich dann aber mit Annäherung der Gefahrenquelle immer mehr ab, wird dann zwischen den Hinterbeinen getragen. Die Ohren werden leicht angelegt, die Schnauze wird hochgetragen, damit die Gesichtsmimik nicht zu sehen ist. Die Stirn wird nach hinten gezogen, ist damit glatt und die Augen wirken so größer. Die Haare über die komplette Rückenpartie werden aufgestellt. Sein Körpergewicht ist nach hinten verlagert, er ist zur Flucht bereit. Vergleich Mensch: ein unsicherer Mensch senkt den Kopf, läßt die Schultern fallen (macht sich klein), schaut nach unten oder zur Seite, geht evtl. Schritte zurück. Wenn ihm etwas nicht geheuer ist, bekommt er evtl. eine Gänsehaut (aufstellen Haare) |
Der ängstliche Hund versucht sich so klein wie möglich zu machen, geht in den Hinterläufen richtig in die Knie. Die Rute wird zwischen die Beine geklemmt, unterm Bauch getragen, die Ohren sind angelegt. Auch er zieht die Lefzen weit zurück, entblößt ggf. alle Zähne. Seine Haare sind aufgestellt. Sein Körpergewicht ist nach hinten verlagert, was aber einen Angriff nicht ausschließt, wenn Flucht nicht mehr möglich ist.
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Der Hund in der Spielaufforderung ist wohl noch am einfachsten zu erkennen. Der Vorderkörper ist abgeduckt, die Vorderbeine weit auseinandergespreizt und der ganze Hund scheint zu lächeln. Hunde in dieser "Pose" wollen aber nicht immer nur einfach toben. Diese Spielaufforderung ist auch ein beliebtes "Calming Signal", um Spannung aus einer Situation zu nehmen bzw. umzulenken. |
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1. Ein Welpe nähert sich einem erwachsenen Rudelmitglied. Er macht sich klein, knickt in den Hinterbeinen ein, legt die Ohren an, hebt den Kopf. Er kriecht beinahe heran, wedelt mit der Rute, was -wie wir ja jetzt wissen- aus dem Konflikt heraus kommt. Er leckt die Mundwinkel des Erwachsenen zur Beschwichtigung.Der erwachsene Hund bleibt entweder ruhig stehen und ignoriert den Kleinen. Oder er versteift etwas, macht sich also größer, wendet den Kopf ab hebt die vordere Lefzenpartie. Als Steigerung knurrt er. |
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Wenn das nichts nützt, dann kann ein Abschnappen (gezieltes Vorbeischnappen) folgen oder aber er greift mit seinem Fang über die Schnauze des Welpen. Der junge Hund zeigt daraufhin seine Unterwerfung und legt sich auf den Rücken. Ich rede hier nur von einem erwachsenen Rudelmitglied. Bei fremden Hunden kann es auch ernsthaftere Verletzungen für den Welpen geben, denn Welpenschutz gibt es nicht (höchsten im eigenen Rudel!!!) |
2. Ein selbstsicherer und ein unsicherer Hund begegnen sich.
Der selbstsichere Hund geht direkt auf den anderen Hund zu. Er hat eine aufrechte Körperhaltung, die Schnauze leicht gesenkt, damit seine Gesichtsmimik sichtbar ist. Er sieht sein Gegenüber direkt an.
Der unsichere Hund macht sich kleiner, legt die Ohren an, streckt den Nacken, damit durch das Kopfheben seine Mimik nicht sichtbar ist. Um sein Gegenüber nicht zu provozieren, wendet er den Blick ab oder dreht ihm ganz die Seite zu. Der dominate Hund wendet sich dann entweder nach der Analkontrolle ignorierend ab oder er kostet seine Macht noch etwas aus und provoziert den unsicheren Hund.
Provokation kann z.B. sein:
Der unsichere Hund signalisiert seine Unterlegenheit nun deutlicher durch Friedensangebote wie
Er beschwichtigt also.
Ein gut sozialisierter Hund akzeptiert das und läßt den anderen gehen. Evtl. verfolgt er ihn noch ein paar Schritte, dreht dann aber ab.
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3. Zwei selbstbewußte Hunde begegnen sich:
Sie gehen steif aufeinander zu, sehen sich an. |
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Auch Körperkontakt in Form von Anrempeln, Kopf auflegen, Aufreiten ist eine Provokation. Der eine unterschreitet demonstrativ die Individualdistanz des Gegners. |
So könnte man das jetzt noch ewig fortführen, aber ich wollte nur mal ein paar Beispiele nennen.
Lieber möchte ich aber nochmal kurz auf unsere Körpersprache und die damit verbundenen Mißverständnisse kommen. Daß wir - wenn auch sehr unbewußt - auch viel mit dem Körper sprechen, habe ich ja schon dargestellt. Dieses "unbewußt" ist aber auch genau die Gefahr.
Beispiel 1:
Unser Hund soll kommen, also rufen wir ihn. Er ist aber gerade abgelenkt und reagiert nicht sofort. Wir werden sauer, stemmen die Hände in die Hüften, beugen uns nach vorn und rufen wieder. Das Hörzeichen ist "Komm", aber unser ganzer Körper sagt "Bleib mir ja vom Leib"

Man beachte das "Züngeln" und die leicht abgesenkte Haltung
Steigerung dann noch: Unser Hund versucht nun von weitem uns zu beschwichtigen, er macht sich klein, legt die Ohren an, klemmt die Rute ein, wendet den Blick ab, leckt sich übers Maul, also beschwichtigt und wir stehen nur da uns brüllen ihn an. Und unser Körper nimmt eine immer drohendere Haltung ein.
Beispiel 2:
Unser Hund liegt im Platz und soll nun Sitz machen. Wir beugen uns über unseren Hund und geben ihm das Hörzeichen und evtl. Handzeichen für "Sitz". Unser Körper aber drückt ihn förmlich unter die Grasnarbe.
Steigerung: unser Hund legt die Ohren an, wendet den Blick ab, kratz sich, zeigt also ganz deutlich, daß er sich in einem Konflikt befindet, aber wir reissen ihn dann an der Leine hoch, weil er es von allein ja nicht macht, der faule Hund!!!
Beispiel 3:
Unser Hund soll "Fuß" gehen, ist aber abgelenkt und hinkt etwas hinterher. Wir werden energischer mit der Stimme und gleichzeitig versteift sich unser ganzer Körper. Wir wollen nun, daß unser Hund neben uns läuft, aber mit dem Körper sagen wir "Ich bin sauer, bleib mir bloß vom Leib!" Der Hund tut das aus seiner Situation einzig wahre, er hält Abstand und bleibt zurück.
Steigerung: wir fahren blitzschnell herum, fauchen unseren Hund an, er wendet den Blick ab, hält noch mehr Abstand, legt die Ohren an, leckt sich über die Schnauze. Wir reissen ihn an der Leine heran und bringen ihn damit in eine wirklich Konfliktsituation.
Andere Beispiele:
